Das Wort Gottes wird erst richtig in der Stille beantwortet. Ein Leben in der Stille - und die Stille aushalten - erfordert häufig Mut. Wer auf diese Weise für Gott lebt, wird nämlich ständig sich selbst gegenüber gestellt. Gott selbst konfrontiert die Mönche mit ihrer eigenen Wirklichkeit. Dies ist aber die einzige Weise, die eigenen Schwächen zu erkennen und sie von Gott reinigen zu lassen.
Um immer und überall den Zustand der Besinnung zu erreichen, kultivieren die Mönche ein allgemeines Klima der Stille. Dazu trägt auch die Ruhe bei, die die regelmäßige Tageseinteilung mit sich bringt. Ruhe und Regelmäßigkeit dienen außerdem dem Frieden in der Gemeinschaft, der unentbehrlich ist, um im anderen Gott zu begegnen und in Seiner Anwesenheit leben zu können.
D
er Weg der Stille ist jedoch nicht leicht. Der Abt steht den Mönchen über den geistlichen Unterricht bei. Obwohl er ein Bruder mit den Brüdern ist, vertritt der Abt für die Mönche Christus in der Gemeinschaft. Manchmal unterrichten sich die Brüder gegenseitig. St. Benedikt zufolge begegnen sie Christus nämlich auch in jedem Bruder.